Kinderwunsch –die falschen Gründe

 

Ob ein Wunschkind oder ein sogenannter „Unfall“(wobei ich das Wort Unfall niemals im Zusammenhang mit dem eigenen Kind benutzen würde!) das gemeinsame Kind, oder auch gemeinsame Kinder, führen das Paar durch eine kleine Änderung hindurch, eine Prioritätenverschiebung.

Beim ersten Kind wird die schöne Zweisamkeit gestört. Bei jedem weiteren Kind gerät diese Zweisamkeit immer mehr in Vergessenheit. Das ist nicht in allen Beziehung der Fall, dennoch in sehr vielen. Das Kind kann manchmal die erste Krise in der Beziehung sein. „So habe ich mir das nicht vorgestellt“ – denken wohl viele Mütter und Väter. Das was oft genannt wird, sind die schlaflosen Nächte, der mangelnde Sex, der Identitätsverslust der Frau, die mangelnde Aufmerksamkeit, die der Mann erlebt…die Liste ist unendlich lang.

Kinderwunsch  – die falschen Gründe

Ob das gemeinsame Kind zu einem Beziehungsproblem führen wird, das kann man schon viel eher voraussagen. Nein, nicht das Kind verursacht die Krise. Es ist die Beziehung, die eventuell dem gemeinsamen Kind nicht gewachsen ist. Oftmals liegt es schon in dem Grund, warum das Paar ein Kind haben möchte oder eine Familie gründen möchte. Ja, es gibt auch die falschen Motive. Es sind unter anderem die falschen Erwartungshaltungen, die wir an eine gemeinsame Familie und an das Kind stellen und das schon lange vor der Zeugung!

Im folgenden Abschnitt stelle ich die Liste der falschen Motive vor, die das Kind erfüllen darf (vielleicht erkennen sich einige ja wieder).

 

Kinderwunsch- die falschen Gründe:

 

1)      Ein Kind wird unsere Beziehung stärken oder auch retten!

 

2)      Die Familiengründung gehört zur Partnerschaft/Ehe dazu, es ist ein Muss.

 

3)      Ein gemeinsames Kind ist dafür da uns/mich glücklich zu machen!

 

4)      Wenn ich ein Kind bekomme, dann kann ich auch wieder Kind sein!

 

5)      Mit einem Kind sind wir für immer aneinander gebunden!

 

6)      Im Kind lebe ich weiter, ich hinterlasse ein Erbe!

 

7)      Das Kind wird sich um mich sorgen, wenn ich alt und krank bin.

 

8)      Das Kind wird mich immer lieben!

 

9)      Endlich schenken wir den Eltern ein Enkelkind!

 

10)   Mit einem Kind bin ich/sind wir endlich erwachsen und reif!

Und zum Abschluss muss ich leider einen elften Grund hinzufügen, der immer bedeutender wird.

11) Ich will mit meinem süßen Kind einen Mamiblog starten!

 

Ein Kind ist keine Lösung!

Diese Liste könnte ich noch weiterschreiben. Das sind aber die Motive, die sehr oft in meiner Beratung von den Paaren erwähnt werden. Diese Liste darf auch individuell verlängert werden, mit Sicherheit gibt es hier und da eine kleine Ergänzung. Hast Du es erkannt? Hast du erkannt wie einfältig und teilweise egoistisch manche Begründungen sind?

Den folgenden Tipp gebe ich an alle Paare: Wenn eure Beziehung schon vor dem gemeinsamen Kind auf der Kippe steht, dann wird es mit einem Kind nicht besser. Ein Kind ist kein Flickstoff für die Beziehung und auch kein Bindemittel.

Inventur der Beziehung hilft

Was sollte man nun beim Kinderwunsch beachten? Im ersten Schritt sollten die falschen Motive, die ich soeben erwähnt habe, nicht mehr das  Hauptziel sein. Folgende kleine Inventur der Beziehung kann helfen.

Mit diesen Fragen könntet ihr anfangen:

1) Ist unsere Beziehung stark?

2) Sind wir beide erfüllt in der Beziehung?

3) Lieben wir uns?

4) Vertrauen wir uns?

5) Sind wir ehrlich zueinander?

6) Sind wir individuell erfüllt in unserem Leben? Verfolgen wir ein gemeinsames Ziel?

7) Können wir uns auch vorstellen getrennt voneinander für das Kind zu sorgen?

Die letzte Frage ist wohl die wichtigste:

9) Wollen wir ein Kind aus Liebe oder ist das Kind ein selbstsüchtiger Gedanke? Oder wollen wir uns mit den Kind selbst „heilen“?

Hohe Erwartungen – große Enttäuschung

Die eigenen Wünsche sind nicht immer gut. Das Ego und die Selbstsucht regiert in sehr vielen Köpfen. Im Gegensatz zum verbreiteten Glauben ist das Kind nicht das Eigentum der Eltern. Das Kind ist die Liebesfrucht der Beziehung! es ist die Liebesfrucht und keine Erpressungsfrucht, Lügenfrucht oder Erwartungsfrucht. Das Wichtigste für das Kind sind liebende Eltern, die das Kind fürs Leben stärken, vorbereiten und das Kind in den Entscheidungen unterstützen. Die besten Eltern sind die Eltern, die die Flügel der Kinder nicht nach deren Erwartung und Maßstab stutzen. Wenn wir Eltern werden, wird eines gefordert: Vorbild zu sein! Oftmals ist eines nicht klar: die Kinder machen den Eltern alles nach. Nicht alles bringt das Kind aus dem Kindergarten, sehr viel wird aus dem Kindergarten „Mama und Papa“ mitgebracht.

Bevor das gemeinsame Kind auf die Welt kommt, hinterfragt bitte das Motiv eurer Entscheidung. Was ist denn eure Erwartung an das Kind? Manchmal kommt das Kind mit diesem riesigen Erwartungsdruck auf die Welt. Wie soll es dann mit diesem riesen Erwartungsdruck durchschlafen können?


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