Instamom zu sein ist ein kleiner Traum vieler Frauen!

Fast alle Mamis wären gerne Berühmtheiten auf der beliebten Bilderplatform.

 

Schaut alle her, wie süß mein Kind ist!

Bin ich nicht eine tolle Mutti?

Das Leben als Mutti ist sensationell!

Jede Frau muss das mal erlebt haben!

 

Instamom = Superstar?

Genau so oder ähnlich wirken die Bilder der Mamiblogger oder der Instamoms auf den Zuschauer. Nun wissen wir ja alle (hoffentlich), dass das Social Media nicht ganz das soziale Leben darstellt. Was meine ich damit? Die Bilder entsprechen mittlerweile recht selten dem wahren Leben und der wahren Gefühlswelt. Es ist alles geschickt und strategisch inszeniert um die Followerzahl zu steigern. Und so haben sich über Jahre nicht nur die Fashionblogger etabliert, es mischen jetzt auch die Instamoms mit. Wo man Geld und Aufmerksamkeit bekommen kann, da tummeln sich eben sehr viele. Fast wie auf dem roten Teppich.

Nun will ich mit meinem Beitrag niemandem zu nah treten und auch niemanden bewerten, denn jeder von uns lebt das eigene Leben nach den eigenen Regeln und Vorstellungen. Ich bin ebenfalls davon überzeugt, dass alle Mütter ihre Kinder über alles lieben. Doch bei all dem Lieben, Leben und leben lassen, muss hier eines klargestellt werden: Kinder können sich schlecht selbst schützen. Besonders in der ersten Lebensphase können sie die Dinge um sich herum kaum als gut oder böse bewerten oder überhaupt wahrnehmen. Für den Schutz des Kindes sind die Eltern und eben die Mamis verantwortlich. Für mich stellt sich daher die Frage: ist es eine coole Sache eine Instamom zu sein und was darf ich denn als Instamom posten und zeigen? Und die folgende Frage in den Zeiten der Digitalisierung stellt sich mir auch: Wie wertvoll ist das private Leben? Wie sehr schadet mein Instamom-Account meinem Kind?

Instamom ist ein Vorbild!

Mutter zu sein (oder auch Vater zu sein) bedeutet eines: ein Vorbild zu sein. Es bedeutet ebenfalls sein Kind zu schützen und im Leben so gut wie möglich zu beraten und selbstverständlich zu lieben!
Auch in Sachen Social Media müssen die Kinder recht früh beraten werden. Was darf ich zeigen? Was muss ich zeigen? Wer sind denn die Menschen da draußen die mir ein Like da lassen? Sind das alles Freunde (das haben sogar manche Erwachsene nicht begriffen)? Ich denke viele Eltern versagen schon bei der Standard Aufklärung, weil sie die Kinder viel zu spät oder gar nicht aufklären. Dann greifen die Kinder eben zu der BRAVO und holen sich da ihr „Wissen“ oder sie fachsimpeln mit den Freunden oder Freundinnen, die noch weniger Ahnung haben.

So sind die Instamoms (auch normale Mamis), meiner Ansicht nach, verpflichtet ihren Kindern den Umgang mit Social Media schon sehr früh beizubringen und es auch so vorzuleben. Ob diese Lehre Prio Nummer eins hat, ist Ansichtssache, aber als Instamom gehört es unbedingt dazu. Wenn man das private Leben (auch wenn es nur ein Ausschnitt ist) zeigt, gehört diese Art der Aufklärung dazu. Die Frage ist natürlich, wie viel können Kinder von so einem komplexen Thema wie Social Media verstehen?

Ich verstehe, dass man als Mutter stolz ist auf das eigene Kind! Ganz besonders ist man von den Gefühlen geflasht, wenn es das erste Kind ist (und vielleicht auch das zweite). Die Frage ist doch aber, wie ist denn das Ganze aus der Perspektive des Kindes zu sehen? Wie anstrengend ist das für das Kind (ja, es kann anstrengend sein)? Was vermittle ich dem Kind für Werte?

Künstliche Reaktionen der Kinder

Ich beobachte oft, wie Kinder schon automatisch auf das Handy und auf die Kamera reagieren. Oftmals entspricht deren Körpersprache nicht mehr der eines Kindes, sondern eines Instagram – Sternchens. Lächeln auf Knopfdruck, Gesicht zeigen, Emotionen zeigen (am Besten nur die schönsten Emotionen). Auch wenn manche Instamoms schon auf das Zeigen des Gesichtes verzichten, ist das Kind dennoch der Dreh- und Angelpunkt eines Instamom – Accounts. Da hilft es nicht nur das Gesicht zu verbergen. So hat das Social Media auch gesundheitliche Auswirkungen auf das Kind und zwar keine guten! Es gibt einige Untersuchungen, die bestätigen, dass das Social Media (wenn es nicht in Maßen gebraucht wird) die Ängste fördern kann, Schlaflosigkeit verursacht und ebenfalls die Leistungsfähigkeit in der Schule rapide nach unten sinken lässt. Tja, die besten Voraussetzungen um einen Einstein zu erziehen liegen hiermit schon mal nicht vor.

Hinter den Instamom Accounts stehen erwachsene Mütter, die eigentlich (wenn sie ganz ehrlich sind) für sich selbst die Likes sammeln wollen. Ich denke, dass in diesen Fällen schon die Kinder für den Instafame benutzt werden. Und das kann ganz gut funktionieren, denn wie soll sich ein Kind wehren können? Was viele Mütter anspornt ist die Interaktion mit anderen Usern und eben die Likes, die ein Balsam für die eigene Seele sind. Nein, die Kinder juckt es nicht die Bohne ob sie ein Kommentar für ein nutella-verschmiertes Gesicht bekommen.

Kinder haben eine Macht!

Mittlerweile werden die Fashionblogger auch von Kartellämtern gewarnt, vor Gericht gezerrt und Werbung muss auch als Werbung gekennzeichnet werden. Doch was macht man mit den Instamoms? Hier geht es nicht nur um Produkte, sondern um lebendige Wesen mit einer Seele, die nicht wissen was eigentlich so Phase ist? Meines Erachtens haben alle Profile mit einer hohen Followerzahl eine (indirekte) pädagogische Verpflichtung. Natürlich darf jeder auf seinem Instagramaccount zeigen dürfen was er will, aber mit dem Gedanken: was teile ich hier meinen Followern mit? Bei den Instamoms ist der zusätzliche Aspekt: Was teile ich meinem Kind hier mit?

Es ist natürlich jedem selbst überlassen wie die Kindererziehung abläuft. Dennoch hat man als Elternteil eine Verantwortung dem Kind gegenüber. Wenn jemand zu mir sagen würde, ich finde dich süß und will mit dir einen Instagram Account aufmachen, dann würde ich bestimmt nein sagen. Und als erstes würde ich an seine Vernunft appellieren und fragen was mit diesem Menschen nicht stimmt. Kinder erkennen nicht sofort, dass sie auch eine Macht haben dürfen. Und Kinder haben auch ein Wort mitzureden, selbst wenn sie nicht reden können.

Instagram nur mit dem ICH

Bereits einige Stars in Hollywood und hier in Deutschland verbieten den Paparazzi und den Medien die Bilder ihrer Kinder zu veröffentlichen. Ja, sie haben es schon längst verstanden, dass Berühmt sein auch Schattenseiten hat. Ich würde mich nicht wundern, wenn in dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten (USA) es in einigen Jahren zu einer Anklagewelle kommen wird. Und hier wird es gerade um solche Geschichten gehen wie: meine Mutti hat mich nicht nach meiner Erlaubnis gefragt, als sie Bilder von mir ins Internet rausgeballert hat, und jetzt sitze ich hier mit einer psychischen Störung!
So lasst die Kinder später entscheiden, ob sie ein Instagram Leben haben möchten oder eben nicht. Willst Du einen Instagram Account? Dann überzeuge lieber mit deiner eigenen Persönlichkeit und deinem Gesicht! Die Instamoms müssen sich einer Sache klar werden: Instamom oder Mamiblog ist ein kurzlebiges Geschäft. Spätestens wenn die Kinder Teenies sind, können (fast alle) Mamis die Stinkefinger der Kinder zeigen (und da hilft nicht einmal ein Filter). Und jetzt bitte alle Instamoms: CHEEEEEESSSEEEE!


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